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Montag, 21. Mai 2012

Immer müde – hilft da der Kaffee?


Ich gehöre zu denen, die oft müde sind. Nicht nur ein niedriger Blutdruck ist daran schuld, sondern ich bin, glaube ich, schon müde auf die Welt gekommen.
(Kein Mensch hat je von mir behauptet, dass ich ein Energiebündel wäre.)
Und auch mein Blog verkündet das nicht, in dem nur müde Artikel ab und zu einen gelegentlich auftauchenden Lesenden ermüden und zum Gähnen bringen.

Jeden Morgen, kaum aus dem Bett gehüpft und eine kalte Dusche genommen (ist natürlich gelogen, denn ich hasse kaltes Wasser!) bin ich zirka drei Minuten lang munter und wanke dann zu meiner neuen elektrischen Mokkakanne in der Kochecke. Die braucht genau fünf Minuten, um zwei Tassen Mokka zu brühen, sodass ich es in der Zwischenzeit gerade noch schaffe, mir ein Honigbrot zu schmieren. Mit dem Honigbrot in der einen Hand und einer Tasse mit Mokka in der anderen lasse ich mich erschöpft in einen Sessel sinken und beginne mit den Mich-selbst-Wiederbeleben-Versuchen.


Oh, ja, Mokka macht munter. Ich bin nun so energiegeladen, dass ich sogar daran denke, einen Telefonanruf zu tätigen. Denn der Adrenalin - Speicher im Körper wird durch den Mokka angestossen und hochgeputscht.

Darum greife ich energiereich zu der Fernbedienung meines Fernsehers, um mittels Videotext  schnell ein paar Nachrichten zu tanken.

Das ist natürlich eine dumme Angewohnheit, denn morgens schon Nachrichten zu lesen,  führt meist dazu, dass ich wieder in meinen gewöhnlichen müden und energielosen Zustand zurückfalle.

Nato spannt Raketenabwehrschirm, lese ich. Oh, wie schön. Wie sinnreich und bestimmt Arbeitsplätze-schaffend ist das doch. Damit werden dann endlich, endlich all die Bösen, die es auf der Welt gibt, in Schach gehalten. 

Wie ich mich freue. Die Welt ist schön. Alles ist gut! Was nicht gut ist, wird gut, weil ja am Ende des Jahres die Welt sowieso untergehen soll. 

Aber warum bin ich plötzlich wieder müde, so müde? Kaum eine halbe Stunde ist es her, dass ich den Mokka getrunken habe und schon hänge ich wieder schlaff wie ein Waschlappen im Sessel.

Noch mehr Mokka zu trinken, hat wohl keinen Zweck. Denn da ich gelesen habe, dass das zuviele Kaffeetrinken noch müder macht, lasse ich das. Der Grund immerfortwährenden Müdeseins nach immerfortwährendem Kaffeegenuss soll sein, dass der Adrenalin-Vorrat im Körper sich nicht ständig erneuern kann. Er wird durch den Kaffeegenuss ausgestossen und ist dann verbraucht. Das Hormon braucht Zeit, um sich dann wieder neu zu bilden. 

Wie lange wohl? Und woran merke ich, dass der Adrenalin-Speicher wieder voll ist?

Vielleicht sollte ich inzwischen ein Glas Wasser trinken. Kaffee entzieht angeblich dem Körper Wasser, und so war es früher üblich, dass man zum Kaffee ein Glas Wasser trank. Das habe ich natürlich auch nur gelesen. Man liest ja soviel. Ob das meiste davon überhaupt wahr ist, weiss man gar nicht.

Angeblich aber soll gerade das mit dem Wasserentzug schon nicht mehr stimmem. Kluge Wissenschaftler haben das inzwischen widerlegt, und sie raten, das Wasser zu sparen und den Kaffee pur zu trinken.
Bestimmt haben die für ihre wunderbare, wassersparende Entdeckung den Nobelpreis bekommen. Heute werden ja die Nobelpreise häufig an Leute verteilt, die sie gar nicht verdienen.

Ich trinke aber trotzdem vorsichtshalber einen Becher Wasser, direkt aus dem Wasserhahn,  denn ich will ja nicht völlig austrocknen. Es schmeckt zwar nicht, aber was soll's?

Nach einer Stunde koche ich mir noch einen Mokka. Und was soll ich sagen: Es hilft NICHT, keinen Deut. Es schmeckt auch schon gar nicht mehr, sondern der Mokka ist bloss noch ein Gesöff und gallebitter.

Jetzt muss ich bald um Hilfe schreien. Ich trinke Mokka und werde nur immer müder. Ich glaube bald, ich habe von Natur aus gar kein Adrenalin im Körper.

Schwarz und bitter
Wie kommt das, wie kann das angehen? Muss ich zum Arzt?

Allmählich glaube ich, dass ich ein hoffnungsloser Fall bin: Wer von Geburt aus müde ist, dem können auch Badewannen voll Kaffee nicht munter machen.

So wird das sein.

Darum denke ich, dass ich heute früh zu Bett gehen werde. Obwohl ich ja gerade gelesen habe, dass zuviel Schlafen auch müde macht...

Dienstag, 8. Mai 2012

Kaffeesüchtig

Als Kaffeefan habe ich fast alle Arten der Kaffeezubereitung ausprobiert. Ich habe Filterkaffee probiert, war Besitzerin einer Bialetti - Mokkakanne, einer Siebträgermaschine, einer Kaffeepadmaschine und jetzt einer Nespressomaschine.

An meine Siebträgermaschine von Krups erinnere ich mich deutlich. Sie war laut, sie war nicht schön. Der Tisch, auf dem sie stand, vibrierte. Und mein damaliger Hamster kam erschreckt aus seinem Häuschen gelaufen, um zu sehen, ob die Welt unterginge.. 
Die Reinigung der Maschine war umständlich und zeitraubend. Darum war ich fast froh, als sie dann endlich kaputt ging und ich sie entsorgen konnte.

Danach filterte ich meinen Kaffee per Hand, und nur, wenn jemand mein trautes Heim besuchte, benutzte ich eine ganz gewöhnliche Filter-Kaffeemaschine. 

 Aber ich war eigentlich nie zufrieden und hatte immer das Gefühl, der Kaffee müsste eigentlich noch besser schmecken, vielleicht mit einer anderen Methode oder einer anderen Maschine. 

 Da gab es dann diese Kaffeepadmaschine. Die fand ich schick, weil sie eine Schaumkrone auf dem Kaffee produzierte. Einfältig, wie ich war, glaubte ich, dadurch müsste auch der Kaffee besser schmecken. Abgesehen vom Schaum schmeckte der Kaffee aber wie normal gefilterter Kaffee und schlug mir genauso auf den Magen. Und nach und nach gelangte ich auch zu der Überzeugung, dass die Kaffeepads, die man überall kaufen konnte, immer mit der am schlechtesten Sorte Kaffee gefüllt waren, die es gab – egal, welche Pads ich kaufte, ob bei Aldi, Tchibo oder sonstwo. 
Sie schmeckten fast nie. 

Ich entsorgte die Kaffeepadmaschine und trank wieder Filterkaffee, ohne Schaum. Und nachdem ich endlich eine mir zusagende Kaffeesorte gefunden hatte, schmeckte mir auch der Filterkaffee. Nur schlug er immer auf den Magen, was vielleicht damit zu tun hatte, dass ich ihn besonders stark kochte.

Ich sah mich um nach einer neuen Methode, den Kaffee heiß und stark zu machen, ohne dass er mir auf den Magen schlug. Das war dann die Stunde, wo ich mich unglücklicherweise in eine Nespresso-Kapselmaschine verliebte, die ich beim Media Markt sah. Die sah nicht nur kultig aus, sondern war auch klein und leicht, ideal für kleine Küchen.


 Da Liebe blind macht, wurde ich schwach und liess mich alsbald einlullen von den Werbesprüchen eines sehr beredten Verkäufers. Als er mir dann noch als Kostprobe sogar einen Espresso aus einer dieser Nespressomaschine servierte, schmolz mein letzter Widerstand dahin. Ich liess mir versichern, dass man mit der Maschine auch alternative Kapseln verwenden könnte und ich nicht nur auf die teuren Nespresso-Kapseln von Nestle angewiesen war, dann kaufte ich das kleine knuddelig aussehende Gerät. 

 Zu Hause machte ich mich gleich ans Werk und weihte die Maschine ein. Dem Gerät bei lagen sechzehn Original-Nespresso-Kapseln, für jeweils einen Espresso. Alles funktionierte bestens: das heisse Wasser wurde mit neuzehn Bar Druck durch die Kapseln gepresst und ich hatte binnen fünfundzwanzig Sekunden einen schönen Espresso mit einer tollen Crema zur Verfügung. 
So gut schmeckte der nicht mal beim Italiener. 

 Leider gibt sich die Firma Nestle mit ihren Kapseln sehr exclusiv. Nach dem Kauf einer Nespresso-Kapselmaschine war man zwar Mitglied des Nespressoclubs (laut Prospekt) und durfte auch deren Kapseln für viel Geld erwerben, doch nur per Internet oder in auserwählten Kaffeeboutiquen.

In Hamburg befindet sich diese am Neuen Wall. 

Das war mir alles zu umständlich. Also kaufte ich also die alternativen Kapseln für Nespressomaschinen bei Rewe. (Darauf ist zu achten, weil es noch andere Arten von Kapseln für andere Arten von Kapselmaschinen gibt und diese nicht in die Nespressomaschinen passen.)
Zehn alternative Kapseln kosteten mich 2,99 €, eine Kapsel also ca 30 Cent. Das war immer noch billiger als die Original-Kapseln von Nestle. Die sollten, so hatte ich gelesen, ca 35 bis 40 Cent das Stück kosten. Ein teures Vergnügen, wenn jemand mindestens pro Tag fünf Espressos trinkt. 

Auch mit den alternativen Kapseln wurde es teuer. Also schaute ich nach weiteren Möglichkeiten um, es günstiger zu machen. Es gab sie auch. Es gab nämlich nachfüllbare kleine Kapseln, die man selbst befüllen konnte, mit seinem Lieblingsespresso. Zuerst musste ich allerdings Lehrgeld bezahlen und fiel auf die Kapseln einer Firma rein, die in meiner Maschine nicht funktionierten und die ich nur mit Brachialgewalt, per Hammer und Schraubendreher, wieder aus dem Schacht bekam.
So war ich zehn Euro los. Zum Glück blieb dabei wenigstens die Maschine heil. 

Ich entdeckte dann eine andere Firme, deren Kapseln diesmal einwandfrei funktionierten. Die Kapseln kosteten 12 € pro hundert Stück. Eine Kapsel kostete 12 Cent. Gefüllt mit dem eigenen Lieblingsespresso  (mit einem halben Pfund FairTrade Espresso für 5 € konnte man ca fünfzig Kapseln befüllen) kostete mich jeder selbst hergestellte Espresso nur noch 22 Cent (plus zusätzlich natürlich Kosten für Wasser und Strom).

Mein Espresso-Konsum steigerte sich. Ich trank jetzt 6 Espressos pro Tag und verbrachte die Abende damit, kleine Kunststoffkapseln mit Espressopulver zu füllen und sie mit Aluminiumfolie zu verschliessen.

Das war eine schöne Beschäftigung für jemanden, der sowieso nichts anderes zu tun hatte. Es war ja auch echte Handarbeit, und ich freute mich, wenn ich so einen Berg handgefüllter Kapseln vor mir sah.

Dabei wurde mir aber immer mehr bewusst, dass ich nun einen Haufen Müll produzierte. Auch wenn ich es wieder gutzumachen versuchte, indem ich FairTrade Espresso kaufte. 

Der tägliche Müll

Was nun tun? Die Maschine wegwerfen? Das bedeutete, fast 130 € weg zu werfen. Verkaufen ging auch nicht, weil kritische Menschen sich niemals eine Nespressomaschine anschaffen würden, mit der das Trinken von Espressos überaus teuer wird.

Geschenkt wolltel sie auch keiner haben. Ich habe mal nachgefragt.

Ich denke jetzt daran, sie der Kirche zu vermachen. Die könnten sie eventuell auf einem ihrer Wohltätigkeits-Flohmärkte verkaufen.Und da die Maschine so gut aussieht, fällt bestimmt noch jemand auf sie rein...

Aber ich, die dusselige Kaffeetante, wie trinke ich nun meinen Kaffee? Da bin ich ratlos. Soll ich mir wieder eine Bialetti-Mokkakanne anschaffen, elektrisch natürlich, nicht so eine, die man auf den Herd stellen muss und die viel Strom verbraucht. Denn ich bin ja sooo umweltbewusst und spare gerne Strom. Das kann bestimmt nicht jeder von sich sagen.

Ein Mokka ist zwar kein Espresso, aber besser noch als Filterkaffee. Der mir ja eh nur auf den Magen schlägt.

Tja, mal sehen...


Ohne dies hier ist das Leben
nur halb so schön


Samstag, 5. Mai 2012

Buch - Schnäppchen

Diese zwei Edelsteine auf dem Bücherflohmarkt habe ich für EINEN EURO (beide) erstanden - da greift man doch ganz gerne wieder mal zum Papierbuch...


Das Buch von Alice Schwarzer ist auf jeden Fall ein Edelstein, von dem zweiten Buch weiss ich noch nicht...

Freitag, 4. Mai 2012

Im Mäusehimmel wird es eng

Am 1. Mai wanderten wir im Ahrensburger Tunneltal und sahen mehrere tote Mäuse auf den Wegen liegen.
Die wären wohl vergiftet worden, meinte jemand. Von wem? Von Menschen natürlich.

Und ich Dussel hatte schon gedacht, dass nun auch noch die Mäuse anfangen, einander zu vergiften.

Das alles hatte dann eine üble Vorbedeutung. Gestern, am 3. Mai, entdeckte ich, dass meine Tumormaus am Bauch blutete und brachte sie zur Tierärztin, um sie erlösen zu lassen.

Erlösen ist natürlich ein blödes Wort, aber immerhin...Noch leben zu müssen, wenn man nur noch Oblaten fressen kann, weil die kleinen Pfötchen es kaum noch schaffen, irgendetwas zu ergreifen und weil der Tumorbauch immer grösser wird und fast so gross ist wie der Rest der Maus - das ist ja kein sehr schönes Leben.

Ein Foto aus gesunden Tagen




Das richtige Lesen

Zum Thema wurde mir geraten, dass ich bewusst lesen soll. Vor allem im Hinblick auf Inhalt, Aufbau, Stil, Problemlösung. Ich sollte das Ganze analysieren, aufschreiben, warum es mir gefällt oder nicht.

Nur dann würde ich vom Lesen profitieren.

Ich weiss aber nicht, ob ich Lust habe, Old Surehand von Karl May zu analysieren. Diesen Abenteuerroman lese ich gerade als gemeinfreies Ebook auf meinem Kindle. War natürlich kostenfrei zu haben. Das ist der einzige Grund, diesen Klassiker herunterzuladen.

Aber dieses Ebook dient mir vor allem als Einschlafhilfe, wenn ich zu Bett gehe. Da spare ich den Gang zum Arzt und die Schlaftabletten.

Wer spart, der bleibt - oder so ähnlich...